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Agonia Records - vom gestoppten Projekt zur funktionierenden eCommerce-Plattform

Agonia Records ist ein Musiklabel und ein Onlineshop, der sich auf Metal-Musik und ihre zahlreichen Subgenres spezialisiert hat. Das Angebot umfasst sowohl Musikalben als auch eine breite Auswahl an Merchandise: T-Shirts, Fahnen und weitere bandbezogene Accessoires. Der Shop arbeitet im B2C-Modell.

Arbeitsumfang

B2C-Entwicklung

Magento 2

PWA

Branche

Musik

Jahr der Implementierung

2025

Die Entscheidung, vom vorherigen maßgeschneiderten System zu Magento zu wechseln, hing direkt mit den Einschränkungen der alten Lösung zusammen. Mangelnde Flexibilität und begrenzte Entwicklungsmöglichkeiten erschwerten die Erweiterung des Shops und seine Anpassung an die wachsenden Kundenerwartungen. Die Migration zu Magento sollte diesen Stillstand durchbrechen.

Als das Projekt zu Advox kam, war die Implementierung praktisch blockiert. Die vorherige Agentur konnte den Service nicht starten, und zahlreiche technische Fehler machten einen sicheren Go-Live unmöglich. Das Hauptziel bestand daher darin, die Plattform in einen stabilen Zustand zu bringen, den geplanten Übergang zu Magento zu bewahren und gleichzeitig die Grundlage für eine zukünftige Weiterentwicklung zu sichern.

Gesetzte Ziele:

  • Launch des Onlineshops
  • Migration auf Magento 2
  • Reduzierung der technischen Schulden

Ausgangspunkt: ein Projekt, das nicht starten konnte

Das Projekt wurde in einem fortgeschrittenen Implementierungsstadium übernommen, jedoch in einem Zustand, der einen Verkaufsstart unmöglich machte. Die größten Probleme konzentrierten sich auf drei Bereiche: übermäßigen Custom-Code, fehlerhafte Datenmigration und fragmentierte Dokumentation.

Die Produktdatenmigration wurde fehlerhaft durchgeführt, was zu falschen Preis-, Steuer- und Synchronisationskonfigurationen führte. Der bisherige Code im Shop war „custom“ geschrieben, wodurch zahlreiche Fehler entstanden, die sowohl die Kernfunktionen als auch die Stabilität der gesamten Plattform beeinträchtigten. Zusätzlich verhinderten falsch konfigurierte externe Module – darunter integrationskritische Komponenten für Verkauf und Logistik – den Betrieb des Shops.

Kurz gesagt – das Projekt litt unter einem Übermaß an individuellen Lösungen, von denen einige vollständig native Magento-Funktionen duplizierten. Diese suboptimalen Entscheidungen verkomplizierten die Struktur der Plattform unnötig, erhöhten das Fehlerrisiko und verhinderten eine Weiterentwicklung. Eine der wichtigsten Aufgaben von Advox bestand daher darin, unnötigen Code zu entfernen und die Konsistenz mit dem Magento-Core wiederherzustellen – was die Stabilität und Vorhersehbarkeit der Plattform deutlich verbessert hat.

Das Projekt hatte bereits rund 5 Jahre Entwicklung und die Zusammenarbeit mit zwei vorherigen Agenturen hinter sich, was zu einer komplexen Codebasis, bruchstückhafter Dokumentation und großer Unsicherheit über den tatsächlichen Umfang der noch erforderlichen Arbeiten führte.

Arbeitsumfang und Ablauf der Zusammenarbeit

Die Arbeit von Advox begann mit einer umfassenden Analyse und Diagnose der Probleme. Die ersten 2 Monate wurden vollständig der Überprüfung des Codes, der Konfiguration und der Datenqualität gewidmet. Erst nach der Klärung des Gesamtbildes konnte ein realistischer Maßnahmenplan erstellt werden.

Auf dieser Grundlage wurden ein umfassender Refactor des fehlerhaften Codes, eine erneute Migration der Produktdaten sowie die Identifizierung und Korrektur falscher Plattformkonfigurationen durchgeführt. Wichtig war auch die infrastrukturelle Ebene: Der Shop wurde von einer überdimensionierten AWS-Umgebung auf ein Standard-Hosting migriert, um die Kosten für den Kunden zu senken.

Die ersten messbaren Ergebnisse zeigten sich nach etwa 3 Monaten, als die größten Fehler entfernt waren und die Plattform in den Pre-Production-Umgebungen stabil lief. Nach etwa 5 Monaten seit der Übernahme wurde der Service im geplanten MVP-Umfang gestartet.

Architektur und Technologien

Die Plattform von Agonia Records läuft derzeit auf Magento 2, basierend auf dem Luma-Theme und einem individuellen Frontend, das vom vorherigen Anbieter übernommen wurde. Aus architektonischer Sicht bestand die wichtigste Entscheidung darin, sich nicht auf einen kompletten Neubau zu konzentrieren, sondern auf die Stabilisierung des bestehenden Systems. Das Projekt war bereits zu weit fortgeschritten, um eine völlig neue Architektur zu rechtfertigen – daher lag der Schwerpunkt auf der Wiederherstellung des korrekten Betriebs.

Kritische Funktionen für Verkauf und Betrieb

Aus geschäftlicher Sicht war der wichtigste Bereich die Unterstützung breiter geografischer Reichweiten. Der Shop arbeitet im Multi-Website-Modell – separate Instanzen bedienen den US-Markt und europäische Länder. Diese Struktur ermöglicht die Anpassung von Angebot, Zahlungsarten und Liefermethoden an die Besonderheiten der jeweiligen Märkte.

Auf der Zahlungsseite wurden mehrere unabhängige Anbieter implementiert, darunter PayPal, Stripe und Zen. Im Bereich Logistik wurde besonderer Wert auf die Integration mit DHL24, DHL Express, GLS und InPost gelegt.

Das Ziel dieser Maßnahmen war in erster Linie die Entlastung des Support-Teams. Die Automatisierung der Zahlungs- und Versandprozesse sollte die Anzahl manueller Eingriffe minimieren und dem Team von Agonia Records ermöglichen, sich auf das Sortiment und die Kunden zu konzentrieren – statt auf die manuelle Kontrolle jeder Bestellung.

Qualität, Sicherheit und Prozess

Advox stellte außerdem die digitale Sicherheit des Shops sicher. Zu diesem Zweck wurde der Code überprüft und die neuesten verfügbaren Sicherheits-Patches implementiert.

Der Kooperationsprozess basierte auf systematischer Überprüfung und Ordnung der bestehenden Lösung. Jede Änderung wurde vorher analysiert und anschließend im Hinblick auf ihre Auswirkungen auf die Stabilität des Systems überprüft. Dieser Ansatz reduzierte schrittweise das Risiko kritischer Fehler nach dem Start.

Change Management und Kommunikation mit dem Kunden

Eine der größten Herausforderungen war nicht die Technologie selbst, sondern die Organisation des Projektumfangs. Mit fortschreitender Überprüfung und Diagnose der Probleme traten weitere Bereiche zutage, die Eingriffe erforderten. Der Umfang musste daher angepasst werden, um die tatsächlichen Anforderungen für einen erfolgreichen Start abzudecken.

Die Risikominderung basierte auf kontinuierlicher Kommunikation mit dem Kunden. Advox präsentierte regelmäßig Berichte über die Arbeiten und Analyseergebnisse und definierte gemeinsam mit Agonia Records kurzfristige Ziele, die das Projekt Schritt für Schritt näher an das MVP und den Start der Plattform heranführten. Dieses iterative Modell ermöglichte es, trotz sich ändernder Anforderungen die Kontrolle über die Prioritäten zu behalten.

Zusammenfassung

Das Projekt Agonia Records war mit mehreren erheblichen Herausforderungen belastet. Die wichtigsten davon waren sogenannter Spaghetti-Code, entstanden durch jahrelange uneinheitliche Entwicklung, sowie falsche Konfigurationen fehlerhaft migrierter Daten. Um diese Komplexität effektiv zu bewältigen, unterteilte Advox das Projekt in mehrere große Bereiche und arbeitete sich anschließend zu detaillierteren Aufgaben vor. Nach Abschluss eines Ziels oder eines Analyseabschnitts – der das Verständnis des weiteren Umfangs beeinflussen konnte – folgten Abstimmungen mit dem Kunden und eine Aktualisierung des Projektplans.

Dieser Ansatz ermöglichte es, das Projekt von einem blockierten Zustand zu einer stabil laufenden Magento-Plattform zu führen. Der Shop wurde schließlich im vereinbarten MVP-Umfang gestartet und ist nun bereit für Weiterentwicklungen in den Bereichen SEO, Barrierefreiheit und Systemintegrationen.

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