Argip ist ein Distributor von Verbindungselementen – wie Schrauben und Unterlegscheiben – und arbeitet im B2B-Modell. Das Sortiment umfasst über 80.000 Artikel, davon sind rund 60.000 konfigurierbare Produkte.
B2B-Entwicklung
Magento 2, Pimcore, UX-Design
Bauindustrie
2025
Die Priorität bei der Gestaltung des Systems bestand darin, Kunden eine effiziente Bestellabwicklung zu ermöglichen – nicht durch klassisches Katalog-Browsing, sondern durch eine schnelle Produktsuche anhand von Indizes, OEM-Nummern und Verpackungseinheiten. Dieses Ziel wirkte sich direkt auf die Plattformarchitektur und die eingesetzten UX-Lösungen aus.
Derzeit sind aufgrund der Migration von Kundenkonten sowohl die ältere als auch die neuere Version des Shops in Betrieb.
Das Projekt wurde vollständig von Grund auf umgesetzt. Der Umfang umfasste den gesamten Implementierungszyklus: von Analyse und UX-Design über die Entwicklung, Einführung des PIM-Systems und Integrationen sowie DevOps-Aktivitäten bis hin zur Bereitstellung von SLA-Support.
Ziel war es, technische Schulden zu reduzieren und die Pimcore-Struktur als zentrale Quelle für Produktdaten vorzubereiten (einschließlich Strukturen wie Matrizen und Produktkategorien).
Der Kunde erhielt die ersten Werkzeuge zur nachhaltigen Strukturierung der Produktdatenbank 6 Monate nach Beginn der Zusammenarbeit. Der „Go-Live“-Termin für die gesamte Plattform wurde 18 Monate nach Projektstart geplant.
Der technologische Kern der Lösung ist Magento 2 mit einem Frontend auf Basis von ScandiPWA-Komponenten. Das Produktsystem und die Kategorisierung werden von Pimcore verwaltet, während Docker für die Containerisierung der Umgebung verantwortlich ist.
Eine zentrale Integration ist die Anbindung an das ERP-System, das in Echtzeit die Versandkosten auf Grundlage des Warenkorbinhalts berechnet. Bleibt eine Antwort des ERP aus, wird ein kontrollierter Fallback-Mechanismus aktiviert, der Standard-Versandkosten generiert – so bleibt der Einkaufsprozess durchgängig und der Abschluss der Bestellung wird nicht blockiert. Im nächsten Schritt wird der Versandpreis von einem Mitarbeitenden des Shops „offline“ manuell angepasst. So kann der Kunde auch bei Systemstörungen eine Bestellung aufgeben.
In der Architekturphase verzichtete der Kunde bewusst auf die Integration von Online-Zahlungen und Kurierdiensten. Priorität hatten die stabile Abbildung der B2B-Prozesse und die Ordnung in der Produktdatenstruktur. Nach dem Go-Live im Produktivsystem wurde eine vollständige Datensynchronisierung zwischen Pimcore und Magento gestartet.
Darüber hinaus haben wir eine Reihe weiterer technologischer Lösungen umgesetzt, darunter:
Umsetzung struktureller Google-Vorgaben und Optimierung für AI-Crawler
Preise und Lagerbestände werden im Warenkorb fortlaufend überprüft
Ist ein Produkt nicht verfügbar, kann der Kunde bequem einen ähnlichen Artikel aus der Produktmatrix wählen
Möglichkeit, Produkte per Scan des EAN-Codes mit dem Smartphone in den Warenkorb zu legen
Möglichkeit, die Shop-Version auf einen definierten „Point in Time“ zurückzusetzen
Implementierung einer Echtzeit-Synchronisierung zwischen Magento, PIM und ERP
Im Rahmen des Betriebs haben wir einen SLA-Support eingeführt, der IT-Administration, Service-Monitoring und Instanzverwaltung sowie eine vollständige Backup-Strategie mit der Möglichkeit der Wiederherstellung der Datenbank „zu einem bestimmten Zeitpunkt“ umfasst. Vor dem offiziellen Launch des Shops wurden zudem Lasttests, Indexprüfungen und Sicherheits-Scans der Server auf Basis von OpenVAS durchgeführt.
Wichtig ist, dass der Kunde bereits mehr als ein halbes Jahr vor dem Produktionsstart eine aktive Synchronisierung zwischen ERP und PIM sowohl auf Stage- als auch auf Pre-Prod-Umgebungen aufrechterhielt. Dadurch konnten potentielle Engpässe frühzeitig identifiziert und der Implementierungsprozess optimiert werden.
Kunden des Argip-Shops sind in der überwiegenden Mehrheit Branchenprofis und kommen mit einem klar definierten Ziel auf die Website. Sie kennen die Produktindizes sowie die jeweiligen Varianten bereits. Deshalb konzentriert sich der Shop bewusst nicht auf Upselling und Cross-Selling – darauf hat der Kunde zum Zeitpunkt der Implementierung gezielt verzichtet. Aus diesem Einkaufsmodell ergeben sich konkrete UX-Entscheidungen. Die Hauptaufgabe der Shop-Oberfläche besteht darin, schnelle und komfortable Käufe zu ermöglichen.
Die Struktur der Produktlisten basiert auf der Logik: Basisprodukt + Verpackungsvarianten. Zusätzlich wird der Preis stets auf 100 Stück umgerechnet, und die kleinste Einkaufseinheit ist ein Vielfaches der Verpackung (25, 50, 250 usw.) – mit der Möglichkeit, nur dieses Minimum in den Warenkorb zu legen.
Argip arbeitet mit zwei Lagerbestandsarten: versandfertige Produkte (verpackt) und Produkte, die umgepackt werden müssen. Sie unterscheiden sich in der Lieferzeit, daher teilt das System die Bestellung automatisch auf, wenn beide Produkttypen im Warenkorb liegen. Das Umpacken dauert maximal 7 Werktage, was eine präzise Berechnung des Liefertermins ermöglicht.
Ein Teil des Sortiments ist ausschließlich in ganzen Paletten verfügbar – dies bildet direkt die Realität der B2B-Logistik ab, in der der Einzelverkauf auf Stückbasis keine Rolle spielt.
Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Shop-Architektur ist die dynamische Warenkorbvalidierung – das System überprüft im Minutentakt sowohl die Verfügbarkeit als auch die Preise der Produkte. Bei Änderungen erhält der Nutzer eine klare Meldung: einen roten Hinweis bei Nichtverfügbarkeit und einen gelben bei Preisänderung. In beiden Fällen wird er gebeten, die Bestellung erneut zu bestätigen. So verfügt der Kunde stets über aktuelle Produktinformationen und erlebt keine Überraschungen beim Checkout.
Alle oben genannten Lösungen wurden implementiert, um Abweichungen zwischen den Shop-Daten und dem ERP-System zu minimieren. Das Ergebnis? Ein vorhersehbarer Einkaufsprozess, der den Erwartungen von Geschäftskunden voll entspricht.
Ein sehr wichtiger Aspekt ist auch die Arbeit des Kundenservice (BOK), die auf derselben Plattform stattfindet: Bestellungen werden nach dem gleichen Prozess abgewickelt, wodurch die Mitarbeitenden des BOK zu echten Experten im Umgang mit dem Tool werden – und gleichzeitig zu gut geschulten Testern.
Dem Kunden war zudem ein schneller Login-Prozess für Kundenkonten wichtig, der per API mit dem CRM integriert wurde. Gemäß der Kundenpolitik wird jeder Nutzer der B2B-Plattform beim Login automatisch mit einem zusätzlichen Rabatt belohnt. Dieser Rabatt wird ebenso automatisch wieder entzogen, wenn das BOK die Bestellung oder Angebotserstellung stellvertretend übernimmt – worüber der Kunde transparent über entsprechende Änderungen in den Benachrichtigungen informiert wird.
Im B2B-Einkaufsmodell zählen Zeit und Präzision. Deshalb haben wir bei Argip ein Set von Funktionalitäten eingeführt, die den Bestellprozess sowohl für Einkaufsabteilungen als auch für operative Teams vereinfachen.
Eine der Schlüsselfunktionen sind die sogenannten „Ihre SKUs“ – die Möglichkeit, Produkte mit eigenen internen Artikelnummern zu kennzeichnen. Geschäftspartner können Argip-Produkten ihre eigenen Codes zuweisen, die von der Suche gleichberechtigt mit den Originalindizes verarbeitet werden. Wichtig ist, dass das System auch konfigurierbare Produkte erkennt und direkt einen konkreten, mit einem Klick bestellbaren Variantenartikel vorschlägt.
Für die Lagerprozesse ist die EAN-Scan-Funktion besonders wichtig. Mit ihr kann der Nutzer – über ein mobiles Endgerät – schnell nacheinander Produkte scannen und daraus eine bearbeitbare Einkaufsliste erstellen. Diese intuitive Lösung erleichtert dem Geschäftspartner die Nachbestellung fehlender Produkte erheblich.
Durch die Integration des Shops mit dem PIM-System können Produktmatrizen erstellt werden. Anhand von Ähnlichkeitsregeln gruppiert das System Produkte in logische Sets und stellt sie in Form von Tags oder Filtern zur Verfügung. Für den Nutzer bedeutet dies eine schnelle Auswahl von Alternativen – ohne die gesamte Kategorie erneut durchsuchen zu müssen.
Der Shop unterstützt außerdem die Planung und Wiederholung von Bestellungen. Nutzer können Einkaufslisten erstellen, Warenkörbe speichern und fertige Artikelsätze mehrfach verwenden (sogenannte Multi-Warenkörbe). Diese Funktion beschleunigt zyklische Bestellungen, wie sie im B2B-Umfeld typisch sind.
Übersteigt der Bedarf die aktuellen Lagerbestände, kann der Kunde direkt von der Produktseite aus eine Anfrage stellen. Statt separate Nachrichten zu senden oder anzurufen, durchläuft er einen strukturierten Kontaktprozess – was die Reaktionszeit verkürzt und die Passgenauigkeit der Antwort erhöht.
Ein scheinbar kleines, in der Praxis aber sehr wichtiges Detail im Einkaufsprozess ist der „Ändern“-Button in der Bestellübersicht. Er ermöglicht eine schnelle Rückkehr zum Warenkorb und Anpassung der Daten – ohne den gesamten Prozess zurückzusetzen.
Im B2B-Kontext hängt der Erfolg im eCommerce nicht nur vom Angebot ab – genauso wichtig ist die Fähigkeit des Systems, interne Prozesse des Kunden abzubilden. Der Argip-Shop wurde so konzipiert, dass die Kundenkontostruktur die tatsächliche Organisation des Unternehmens widerspiegelt.
Jedes Partnerkonto berücksichtigt die Aufteilung in Zentrale und Niederlassungen – mit jeweils eigenen Lieferadressen. So kann jede Bestellung unabhängig voneinander abgewickelt werden, entsprechend den lokalen Anforderungen und Zuständigkeiten der einzelnen Einheiten.
Ein ausgebautes Rollen- und Rechtesystem ermöglicht eine präzise Steuerung des Einkaufsprozesses. Nutzer können unterschiedliche Rollen haben – etwa eine Person stellt den Warenkorb zusammen, eine andere genehmigt und finalisiert die Bestellung. Diese Aufgabenteilung sorgt für mehr Kontrolle und Compliance mit der internen Einkaufspolitik des Unternehmens.
Im Partnerpanel stehen zudem wichtige Finanzinformationen zur Verfügung: Kreditlimits, Salden offener Rechnungen sowie die vollständige Historie der im ERP-System erstellten Dokumente. Das erleichtert die laufende Budgetkontrolle und die Zusammenarbeit mit der Buchhaltung.
Das Reklamationsmodul (RMA) ist direkt mit den Rechnungen verknüpft – jede Meldung bezieht sich somit auf ein konkretes Verkaufsdokument, was die Bearbeitung deutlich beschleunigt.
So fungiert der Argip-Onlineshop sowohl als Vertriebskanal als auch als Werkzeug zur Steuerung der Beziehungen zu Geschäftskunden. Das Ergebnis sind höhere Planbarkeit, mehr Kontrolle und Komfort auf Kundenseite.
In Zusammenarbeit mit einer SEO-Agentur haben wir eine konsistente Informationsarchitektur entwickelt, die den aktuellen Google-Richtlinien entspricht – sowohl hinsichtlich URL-Struktur als auch Überschriftenhierarchie, Metadaten und Kategorielogik. Ein wichtiges Ziel aus Kundensicht war, eine gute Sichtbarkeit in den klassischen Suchergebnissen sicherzustellen und den Auftritt gleichzeitig auf die wachsende Bedeutung KI-basierter Bots vorzubereiten.
In der technischen Testphase konnten wir bestätigen, dass KI-Agenten (insbesondere Crawler, die in Sprachmodellen eingesetzt werden) die Struktur der Website korrekt indexieren, interpretieren und abbilden können. Das bedeutet, dass Produktdaten, Beschreibungen und Attribute für sie gut lesbar sind und beispielsweise in Antworten von AI-first-Suchmaschinen verwendet werden können.
Die Optimierung umfasste unter anderem die Vermeidung von Duplicate Content, saubere strukturelle Auszeichnungen sowie die Kontrolle darüber, welche Ressourcen indexiert werden und welche nicht. Dadurch ist der Auftritt sowohl für klassisches SEO als auch für Algorithmen der neuen Generation optimal vorbereitet.
Bei der Betreuung eines derart spezifischen Sortiments in großem Maßstab war es entscheidend, ein System einzusetzen, das umfangreiche Erweiterungsmöglichkeiten bietet und keine technischen Einschränkungen vorgibt. Die Wahl fiel auf Magento – eine Plattform mit Open-Source-Code und flexibler Architektur –, die ein weiteres Wachstum ohne funktionale „Obergrenze“ ermöglicht und sicherstellt, dass sich die Lösung zusammen mit dem Geschäft weiterentwickeln und an neue operative Anforderungen anpassen kann.
Die exakte Abbildung realer Einkaufs- und operativer Prozesse auf Seiten des Geschäftskunden ist der wichtigste Mehrwert der neuen Technologien bei Argip. Lagerlogik, kundeneigene Indizes, das System für Produktersatz sowie die Abwicklung zyklischer Bestellungen wurden nicht als Zusatzfunktionen, sondern als Fundament der Plattformarchitektur verstanden.
So entstand eine Lösung, die als operatives Werkzeug dient – und die tägliche Arbeit von Einkaufs- und Logistikabteilungen unterstützt. Der Shop ist heute sowohl die Oberfläche für Bestellungen als auch ein integraler Bestandteil der Prozesse – inklusive Informationsflüssen, Bestandskontrolle, Abrechnung und Anbindung an das ERP-System.
In dieser Form gestaltet, unterstützt die eCommerce-Plattform Geschäftskunden spürbar und bietet einen Einkaufsprozess, der gleichzeitig komfortabel und intuitiv ist.
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